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  Kooperative Planung, Durchführung und Auswertung klinischer Studien
 

 
Klinische Prüfung ist die Anwendung eines Arzneimittels am Menschen zu dem Zweck, über den einzelnen Anwendungsfall hinaus Erkenntnisse über den therapeutischen oder diagnostischen Wert eines Arzneimittels, insbesondere über seine Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu gewinnen. Sie erfordert eine sorgfältige Planung, eine ordnungsgemäße Durchführung und eine gewissenhafte Berichterstattung. 
Der anwendungsorientierten klinischen Forschung mit dem Ziel, die Möglichkeiten zur Vorbeugung, zur Erkennung und vor allem zur Behandlung von Krankheiten zu verbessern, fühlt sich die Medizinische Biometrie im Institut für Medizinische Informatik und Biometrie  der Universität  Rostock  in  besonderer  Weise verpflichtet. Das  Attribut “anwendungsorientiert” verdient klinisch-therapeutische Forschung dann, wenn sie als Endresultat wissenschaftliche Ergebnisse liefert, auf die sich ärztliches Handeln direkt stützen  kann.  Nicht  jedes  Ergebnis einer  klinischen  Studie ist aber eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage.  Ob  eine  Studie  tatsächlich  zuverlässige  Basis  klinischen Handelns sein kann, lässt sich nicht an deren Ergebnis, sondern allein an der gewählten Studienmethodik feststellen. 

Zu einem adäquaten Studiendesign gehören
  • eine auf statistischer Basis getroffene Fallzahlfestlegung in der Planungsphase,
  • die Definition geeigneter Zielkriterien,
  • die statistische Modellbildung und Hypothesenformulierung,
  • die Planung und Durchführung der Randomisierung,
  • Strategien für Zwischenauswertungen (und Abbruchkriterien) sowie
  • Endauswertungen.

Statistische Auswertungsverfahren haben dabei den Vorteil, die Frage nach der Abgrenzung zwischen Zufallseffekt und “realem” Therapieeffekt bei der Beurteilung des Ergebnisses einer klinischen Studie nicht der Intuition zu überlassen, sondern diese Frage mit einer quantitativ vorgegebenen Sicherheit bzw. Zuverlässigkeit beantworten zu können. Statistische Verfahren sind damit ein Beitrag zur Erhöhung der Zuverlässigkeit in der klinischen Forschung.


zuletzt geändert: 30.11.2005